Was ist Ostfriesisches Platt?
Das Ostfriesische Platt (kurz: Ostfriesisch) ist eine Sprache, welche in Ostfriesland gesprochen wird. Ostfriesisch ist in der Sprachklassifikation nach dem Stammbaummodell von August Schleicher eine Variante des Niederdeutschen.
Die ursprüngliche Sprache Ostfrieslands war jedoch bis zum späten Mittelalter das Friesische. Niederdeutsch kam als Fremdsprache und konnte sich erst später als Volkssprache etablieren.
Die Wellentheorie nach Hugo Schuchardt differenziert die Beschreibung des Sprachwandels. Die erste Welle war das Niederdeutsche, welches die friesische Ursprache in Ostfriesland im 18. Jahrhundert fast völlig überlagert hatte. Das Friesische hinterließ seine Spuren vor allem in Substratwörtern und in der Phonologie.
Als zweite Welle kam das Niederländische, das starken Einfluss auf den Wortschatz des Ostfriesischen ausübte. Die dritte Welle macht sich im romanischen Wortschatz bemerkbar, der über das Niederländische, Deutsche oder direkt aus dem Französischen in das Ostfriesische Platt gekommen ist. Die vierte und letzte Welle ist das Deutsche, welches heutzutage durch die Zweisprachigkeit Ostfrieslands vor allem den Wortschatz des Ostfriesischen durch Lehnwörter und Interferenzen beeinflusst.
Das Ostfriesische Platt ist eine bunte Kontaktsprache und funktioniert in der Praxis als vollwertige Sprache. Das Ostfriesische hat vier große Dialekte, die sich hauptsächlich durch eine Lautverschiebung unterscheiden und zusammen das Ostfriesische Platt bilden.